

Sat, 15.10.2011 | 23:00 | kavernen 1595 Gstättengasse 27-29 New Sounds | GB PORTICO QUARTETCoolness and Jazz |

Es wird nicht oft ein neues Instrument erfunden, das ohne Umweg seinen Einzug ins internationale Musikgeschehen feiert. Das Ding, mit dem das Portico Quartet seinen typischen Sound formt, nennt sich Hang und wird im Jahr 2000 im Schweizerischen Bern von Felix Rohner und Sabina Schärer entwickelt. Von der ästhetischen Kraft des Hangs lässt sich bei einem WOMAD-Besuch 2004 der Drummer des Portico Quartets, Duncan Bellamy, beeindrucken. Schnurstracks erwirbt er dieses verzaubernde Instrument: "Das war die Initialzündung für Nick Mulvey und mich, eine Band zu gründen." Bald sind in Jack Wyllie, Milo Fitzpatrick Gefährten gefunden, die dem Klang der Hang ebenso kreativ folgen, wie Nick Mulvey und Duncan Bellamy. "Anfangs haben wir unsere Stücke noch um das Hang als Hauptinstrument herum gebaut, mittlerweile ist es eine integrierte Farbe unseres Sounds", erinnert sich Bellamy. "Es gibt keine Band, die im Entferntesten so klingt wie sie", "so cool, dass es schon schmerzt" und "wie Weltmusik aus der Zukunft" jubeln die ersten Kritiken über ihr Debüt-Album, das 2008 für den Mercury Music Prize nominiert wird. Für das zwei Jahre später erscheinende "Isla", wacht John Leckie über die Klangregler, der sich ansonsten um die Belange der Stone Roses, Radiohead, Muse, Baaba Maal oder Papa Wemba kümmert. "Isla" gibt den Begeisterungsstürmen neue Nahrung: "Sie beschwören den Geist von Philip Glass und Steve Reich genauso herauf wie den von Radiohead oder den einzigartigen skandinavischen Jazzklang von e.s.t. ", heißt es auf der einen Seite, "sie sind Anfang 20, wohnen zusammen und verstehen sich selbst als Indie-Band, die Post-Jazz spielt", auf der anderen. Doch Kategorisierungen sind den Protagonisten egal. (laut.de)