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Urban Bratsch
BRATSCH | France
OPENING
Francois Castiello: accordeon, vocals | Dan Gharibian: guitar, vocals | Bruno Girard: violin, vocals | Pierre Jacquet: bass | Nano Peylet: clarinete, vocals

SOLD OUT!

Gäbe es Sie nicht, die Nomaden, heißt es bei Bratsch, so wirkten die Sesshaften wie hinfällige Wracks." Die Nomaden - das sind für das französische Quintett die Zigeuner des Balkans, die jiddischen Klezmorim, mithin alle, die auf ihren geographischen und musikalischen Streifzügen stets die Idee einer grenzüberschreitenden Folklore am Leben erhalten. Erfreulich unstet wandeln die fünf exzellenten Musiker entlang jenen imaginären Linien, welche die verschiedensten traditionellen zentraleuropäischen Spielweisen mit dem Swing eines Django Reinhardt, einem französischen Chanson oder auch mal einer neapolitanischen Tarantella verbinden. Mit der Unverfrorenheit wahrer Souveränität zitieren und variieren sie Themen aus Mazedonien, Rumänien, Armenien oder der Ukraine und verschmelzen sie zu einem Amalgam unentwirrbarer, wirklicher und erdachter Ursprünge. Hier steht die hohe Kunst des listigen Diebstahls neben dem Impetus einer am freien Jazz geschulten Kunst der Improvisation und der gewitzten Abschweifung ins ironisch Absurde. Obwohl ihre Songs zumeist eine unbändige Fröhlichkeit ausstrahlen, so scheint doch die Erinnerung, aus der sie auftauchen, von einer leisen Wehmut, von subtiler Melancholie durchzogen. Wie Flaneure suchen diese fünf Nomaden jene kleinen Glücksmomente festzuhalten, in denen Musiker und Publikum zu sich selbst kommen könnten - oder wenigstens eine Ahnung von vergangener Wirklichkeit aufscheinen möge. Folklore ist ihnen kein Stil, den es zu reproduzieren gilt, sondern eine Haltung. Sie wissen, dass allein in der Verwandlung des Fremden und Vergessenen die eigene Kultur lebendig bleibt und traditionelle Musik so vor musealer Versteinerung durch die Sesshaften, die einem falschen Purismus huldigen, bewahrt wird. Bratsch bezaubern ihr Publikum nicht mit vordergründigen Mitteln, sondern mit einer Musik, die zugleich Erinnerung und Utopie, Ahnung des Unwiederbringlichen und traumhafter Gegenwart ist.  (HARRY LACHNER/Süddeutsche Zeitung)

Artist's website
www.bratsch.com

CD Tipp
Urban Bratsch, 2011, world village


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Eine Veranstaltung von:
Altstadt Salzburg